Work-Life-Boredom-Balance

Während das Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommens und die 30 Stunden-Woche immer mehr Anklang finden, geht der Trend IRL eher zum Zweit- bzw. Dritt-Job oder zur 60+ Stunden-Woche. Daher nehmen Begriffe wie Work-Life-Balance wichtige Positionen in unserem Leben ein. Das Arbeits- und Privatleben in Einklang bringen, um ein positives Wohlbefinden zu erreichen – ist richtig und wichtig, wie MontanaBlack sagen würde. Die meisten verbinden mit Work-Life-Balance neben der Arbeit Zeit für Freunde, Familie, Sport, den Verein, zum Feiern, etc. zu haben. Wenige würden hier Langeweile schreiben; da es jedoch ein wichtiger Aspekt für ein positives Wohlbefinden ist, muss es klar genannt werden: Work-Life-Boredom-Balance.

„Boredom has traditionally been associated with a range of negative outcomes (…)“ so beginnt das Abstract einer Studie, die ihr hier https://doi.org/10.1080/10400419.2014.901073 erwerben könnt. Die Studie, wie übrigens viele andere auch, kommt jedoch zu dem Schluss, dass Langeweile zu Kreativität führt bzw. die Kreativität erhöht. Und diese Studie https://doi.org/10.1080/13548506.2020.1781910 kommt zu dem Schluss, wie auch viele andere, dass Kreativität das Wohlbefinden positiv beeinflusst.

Yeah und nun? Langeweile ist nicht planbar und wer sich für Langeweile Zeit nimmt verfehlt das Ziel. Herrlich sich dabei an die Schulzeit zu erinnern, als um 13:20 Uhr Schulschluss war und die einzigen Termine der Woche, der Konfirmandenunterricht am Dienstag und das Fußballtraining montags und mittwochs für 1,5 Stunden war. Geile Zeit. Schade, dass viele Schüler (gut aktuell wegen der Pandemie nicht) bereits in junger Schulzeit mit Nachmittagsunterricht, drei zulernenden Instrumenten, dem Selbstverteidigungskurs, der Handballmannschaft, dem lokalen Spielmannzug, der Kinderkarneval Vorbereitung und dem Babysitter Job beim Nachbarn nicht mehr so ganz in den Genuss der Langeweile kommen. „Du weißt auch nichts mit deinem Tag anzufangen“, hach würde ich das gerne wieder hören. Gut, genug in der Vergangenheit geschwelgt.

Wer sich über Work-Life-Balance Gedanken macht wird ein so vollgepacktes Leben haben, dass Langeweile schwer erreichbar wird. Mir ging es auch so. Ich brauchte Langeweile um diesen ganzen Kreativen kram, den ich gerade mache umzusetzen. Kurzzeit und Langzeit Probleme in meinem Leben oder bei mir wichtigen Menschen, denen ich gerne helfe, gibt es immer. Von dem Gedanken „wenn das gelöst ist, dann ist erstmal ruhe“ habe ich mich schon vor einigen Jahren verabschiedet, denn es kommt immer irgendwas. Das zu akzeptieren löst diesen Aspekt. Wenn man Freizeit hat, hat man immer im Kopf, was noch zu tun ist – dadurch wird Langweile einfach nicht möglich. Da ich kein Zeitfenster für Langeweile einplanen kann, da es denn Sinn und Zweck verfehlen würde, räumte ich strickt allen ToDo’s im Privatleben Zeiträume ein. Auch wenn ich in den Zeiträumen nicht immer die ToDo’s abgearbeitet habe, weil man auch einfach mal kein Bock hat, war dieser Zeitraum dazu da, wenigstens daran zu denken, dass man da noch etwas machen muss. Durch die Eingliederung aller Bereiche des Privatlebens in großzügige Zeitfenster, waren Zeiten komplett umbesetzt. Nach einiger Zeit kam in diesen unbesetzten Zeitfenster pure Langeweile auf. Ich dachte einfach an nichts, keine ToDo’s, keine Probleme, keine Lust auf Aktivitäten. Natürlich habe ich diese Langeweile-Zeit auch mal spontan mit Zeitfenstern fürs PC-spielen, im Internet surfen oder was mit Freunden machen neu besetzen, aber ich habe sie dann auch in meinem Kalender so eingetragen. So habe ich tatsächliche leere Zeiten für mich erschaffen, wo ich dann auch Langeweile hatte. Die dabei entstanden Kreativen Ideen notiert ich brainstorm-artig. Die Zeiten zur Ideen-Umsetzung wurden aber wieder in den Kalender eingetragen.

Klingt schon ziemlich verrückt, wenn ich das so lese, aber egal, Hauptsache Jesund xD.

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