Spaße mit Spritzen

„Ich hab‘ dieses Jahr mal was neues ausprobiert, dieses Entspannungsdingens mit den Nadeln, wie hieße das gleich…”
“Akupunktur?”
“Nee, ähm… Heroin, das war’s!”

Das fängt ja verrückt an, dabei wollte ich eigentlich nur erzählen, dass ich gegen COVID-19 geimpft wurde.

Ich arbeite nebenbei in der ambulanten Pflege und wir hatten nun die Möglichkeit uns impfen zulassen. Als ich die Information und Bescheinigung von meinem Arbeitgeber bekam, registrierte ich mich direkt online für einen frühzeitigen Termin. Mein Termin war ca. 1 Woche nach der Ticketbuchung. Ein Messezentrum, eingerichtet für Massenimpfungen. Geil, endlich eine Großveranstaltung. Nachdem ich seit ein paar Jahren, 2020 das erste Mal nicht auf dem Hurricane-Festival war, war das die erste Großveranstaltung seit einem Jahr. Ohne Erwartungen, aber mit großer Freude stand ich vor dem Messezentrum. Ich erwartete lange Schlangen am Eingang, gerade weil ein Abstand eingehalten werden muss, muss die Schlange endlos lang sein. Das war nicht der Fall. Naja, wahrscheinlich liegt es an der top Organisation. Gleichmal umgedreht und ein Selfie vor dem Haupteingang geschossen. Gleich kam ein Ordner auf mich zu. Super, jetzt werde ich noch persönlich mit Informationen zum Ablauf versorgt. Falsch gedacht. Ich wurde gebeten, das Foto zu löschen, weil Fotografieren nicht erlaubt ist. Es wurde sorgfältig geprüft, ob ich auch die Person bin, die auf dem Ticket steht. Ob ich auch wirklich zur Prioritätengruppe gehöre wurde nicht wirklich geprüft. Ich hätte glaube ich auch eine Speisekarte statt der Arbeitgeberbescheinigung vorlegen können. Ich bekam dann noch ein VIP-Band um den Hals und konnte mir dann drei Seiten Informationen durchlesen. Schnell noch den Bogen für relevante Vorerkrankungen ausgefüllt und nach erneuter Personalausweiskontrolle war ich bei einem Arzt. Dieser stand vor den Impfkabinen und teilte mir mit, dass ich mit dem Impfstoff AstraZeneca geimpft werde und wie dieser funktioniert. Ich sollte durch den Gang gehen und in einer freien Kabine auf einen Impf-Arzt warten. Nachdem ich versehentlich das riesen Stoppschild, welches auf dem Boden geklebt war, überlaufen hatte, umkehrte und in einer Kabine platz nahm, kam auch schnell eine Ärztin, die mir die Impfung in den Oberarm injizierte. Danach sollte ich noch 30 Minuten in der Ausgangshalle warten bevor ich nach Hause fahre.

Nach 10 Minuten bin ich aber schon los. Rebell. Am Ausgang wurde meine Krankenkarte noch einmal gescannt und die dann doch enttäuschende Großveranstaltung ohne Andenkenfoto war vorbei. Die Impftermine wurde online in einem wirklich zügigen Intervall angeboten. Die geringe Anzahl an Menschen deutet darauf hin, dass viele das Angebot nicht wahrnehmen bzw. sogar gebuchte Termine verfallen lassen. Ich war aber froh, dass ich die erste Impfung schnell erhalten konnte und in 7 bis 11 Wochen die zweite Impfung erhalten kann.

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